Lehren & Lernen 8-9/2015 Ev./kath. Religionsunterricht – Ethikunterricht ...
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Produktinformationen "Lehren & Lernen 8-9/2015 Ev./kath. Religionsunterricht – Ethikunterricht ..."
Inhalt
- Warum und wozu Religionsunterricht
- Ev.-kath. (konfessionell-kooperativer) Religionsunterricht
- Jesus und die Kinder
- Religionen und Werte in Kitas
- Religionsunterricht an Berufsschulen
- Drei-Religionen-Grundschule Osnabrück
- Ethikunterricht – Ersatz, Alternative oder Pflicht für alle?
- Förderung der Moralkompetenz im Ethik-Unterricht
- L-E-R-Unterricht in Brandenburg und Berlin
| Produkttyp: | Zeitschrift |
|---|
Seitenzahl: 80 Seiten
Erscheinungstermin: 23.09.2015
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In immer mehr Schulen wird in den letzten Jahren Religionsunterricht verschiedener Religionen und Konfessionen angeboten. Macht da ein Schulprofil Sinn, das die Religionen in den Mittelpunkt stellt? Was unterscheidet diese Schule von anderen? Jüdische Kinder, evangelische, katholische Kinder und muslimische Kinder gehen nicht nur in die gleiche Schule, das gibt es auch an anderen Schulen. In der Drei- Religionen-Grundschule machen Juden, Christen und Muslime gemeinsam Schule. Dazu gibt es einen Kooperationsvertrag zwischen der Jüdischen Gemeinde Osnabrück, dem Landesverband der Muslime „Schura Niedersachsen“ e. V., DiTiB Landesverband Osnabrück und Bremen e. V., der Stadt Osnabrück und der Schulstiftung im Bistum Osnabrück als Schulträger.
Der vorliegende Beitrag geht auf Erhebungen im Tübinger Projekt „Interkulturelle und interreligiöse Bildung in Kindertagesstätten“ zurück, gefördert von der Stiftung Ravensburger Verlag (Überblick und Befunde bei Biesinger u. a. 2011, Edelbrock u. a. 2010, Edelbrock u. a. 2012, Schweitzer u. a. 2009, Schweitzer u. a. 2011). Geführt wurden Interviews mit Erzieherinnen in Städten mit einem hohen Migrationshintergrund, gefolgt – nach Auswertung der Interviews – von einer Repräsentativbefragung. Erhoben wurde ferner die Praxis einer guten interkulturellen und interreligiösen Bildungsarbeit, die den Kita-Bildungsauftrag im Hinblick auf „Werte, Sinn und Religion“ wahrnimmt. Nach einem gewichtigen Einblick in exemplarische Ergebnisse des Projekts fragt der vorliegende Beitrag abschließend nach der Bedeutung der Projekt-Ergebnisse für den Schulalltag und zeigt, wo von den Untersuchungen der Kindertagesstätten herkommend schulische Innovationen angeregt werden können.
Durch die Verbreitung der Arbeiten von Lawrence Kohlberg in den 1980er Jahrenin Deutschland (Lind/Raschert 1987) hat die Förderung von Moralkompetenz durch Dilemma-Methoden auch im Ethikunterricht Einzug gehalten. Inzwischen hat die Forschung über Moralkompetenz zu neuen Erkenntnissen über die Natur und die Bedeutung der Moralkompetenz und zur Entwicklung der Konstanzer Methode der Dilemma-Diskussion (KMDD) geführt.
Der Beitrag stellt die Geschichte des Ethikunterrichts in Baden-Württembergals Erfolgsgeschichte dar, die gegen Widerstände durchgesetzt werden musste. Er pariert gängige Vorurteile gegen den Ethikunterricht, erläutert fortbestehende Diskriminierungen des Fachs und notwendige Reformen zu deren Beseitigung; begründet, warum Ethikunterricht keine Alternative zum Religionsunterricht darstellt, und argumentiert mit soziologischen, pädagogischen und philosophischen Begründungen für ein Pflichtfach Ethik für alle Schüler/-innen.
In diesem Beitrag wird der Frage, warum und wozu es Religionsunterricht in der Schule geben soll, in einem grundsätzlichen Sinne nachgegangen. Dazu nehmen wir drei Argumentationszusammenhänge auf: Erstens geht es um den Zusammenhang von Bildung und Religion, zweitens um religionspädagogische Begründungen des Religionsunterrichts allgemein sowie insbesondere als eines eigenen Schulfachs, drittens schließlich um die Konfessionalität von Religionsunterricht, wobei hier besonders die entsprechenden kirchlichen Dokumente aufgenommen werden. Den Abschluss bilden Perspektiven für die weitere Entwicklung des Religionsunterrichts.
Wird in der Öffentlichkeit (z. B. in Printmedien) oder an Elternabenden oder in Lehrerzimmern über den Religionsunterricht diskutiert, wird sehr häufig die Grundsatzfrage gestellt: Brauchen wir in der pluralen Gesellschaft überhaupt noch konfessionellen Religionsunterricht? Ist das nicht ein Anachronismus? Wäre nicht ein „neutraler“ Religionsunterricht viel sinnvoller? Welche Schüler/-innen haben denn noch Zugänge zu einer bestimmten Konfession? Vor dem Hintergrund solcher Fragen sollen im Folgenden grundsätzliche Überlegungen zum konfessionellkooperativen Religionsunterricht dargestellt werden, besonders im Blick auf die – in diesem Falle überregional bedeutsame – Praxis dieser Unterrichtsform in Baden-Württemberg, die allerdings ihrerseits nur im weiteren Zusammenhang religionspädagogischer und bildungspolitischer Entwicklungen zu verstehen ist. Als aufschlussreich erweist sich dabei ein Rückblick auf die Entstehung der Kooperation. Darüber hinaus sind empirische Befunde zu bedenken und sollen Perspektiven für die Zukunft formuliert werden.